Filmpremiere: Pascal Rösler über seine SUP-Reise ans Schwarze Meer

Zwei Flüsse, zehn Länder und 2.467 Kilometer später: Pascal Rösler kommt an seinem Ziel dem Leuchtturm von Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer an. 63 Tage zuvor startete er auf seinem SUP in München. Mit seiner Tour auf Isar und Donau sammelte er Geld, um in Projekten auf die Bedeutung des Wassers aufmerksam zu machen und die Wasserqualität zu verbessern. Der Stand Up Paddler traf Menschen entlang des Flusses und begab sich bei seinen 600.000 Paddelschlägen auf historische Spuren und entdeckte die Natur entlang der Flussverläufe.

An 20 Tagen wurde Pascal auf seiner Reise von einem Filmteam begleitet. Herausgekommen sind beeindruckende Bilder von Isar und Donau sowie der umgebenden Natur. Die Filmpremiere findet am 8. Februar 2018 um 20:00 Uhr im Mathäser Filmpalast München statt.

Vor der Filmpremiere habe ich mich mit Pascal Rösler über seine SUP-Leidenschaft, das Projekt und seinen Einsatz für das Wasser unterhalten:

 

SUPmatrose: Wann hat dich die Faszination des Stand Up Paddlings gepackt?

Pascal Rösler: Als leidenschaftlicher Windsurfer bin ich seit Jahren eng mit dem Wasser verbunden. Zum ersten Mal auf einem SUP-Board stand ich 2009 in Südafrika, als Flaute herrschte und Windsurfen nicht möglich war. Ich war sofort von der damals noch jungen Sportart begeistert, da sie ideal das Wasser und körperliche Betätigung verbindet. Seitdem paddel ich regelmäßig auf bayerischen Flüssen und Seen.

Pascal auf einem Seitenarm der Donau kurz vor dem Wehr in Altenwörth (Quelle: Pure Water for Generations)
Pascal auf einem Seitenarm der Donau kurz vor dem Wehr in Altenwörth (Quelle: Pure Water for Generations)

2017 bist du zu einer größeren Tour aufgebrochen: Du bist rund 2500 Kilometer von München ans Schwarze Meer gepaddelt. Wie entstand die Idee dazu?

Auf einer Runde auf dem Starnberger See spürte ich 2016 die Kraft und Bedeutung des Wassers. Ich wollte seitdem für gutes Wasser kämpfen und kam auf die Idee, von München nach Wien zu paddeln und für jeden Kilometer Geld zu sammeln. 2016 brach ich zu dieser Tour auf und erreichte Wien nach 12 Tagen. Es war so überwältigend, das Ziel zu erreichen und so viel Neues zu entdecken. Mir war schnell klar: Das war nur der Anfang. Schnell reifte der Gedanke, von München ans Schwarze Meer paddeln zu wollen und den Wasserschutz voranzubringen.

Teilweise standest du über 10 Stunden auf dem SUP, um dein Ziel zu erreichen. Welche Herausforderungen hattest du und wie hast du die motiviert, am nächsten Tag wieder aufs Wasser zu gehen?

Mit der Tour wollte ich Geld für das Wasser sammeln, nicht für mich. Das war mein Leitgedanke. Besonders wichtig bei der Vorbereitung war, dass ich immer ein Ziel vor Augen hatte: den Leuchtturm von Sulina, den Ort, an dem die Donau ins Schwarze Meer mündet. Seit Längerem hing ein Bild des Leuchtturms in meinem Büro. Nicht das Training für die Tour, sondern der tägliche Anblick gaben mir die Motivation zu dieser Expedition.

Eine solch lange Tour vorab zu simulieren, ist nicht möglich. Daher ging ich an allen 63 Tagen nie ans Limit. Ich paddelte täglich genau so lange, dass ich am Abend und in der Nacht wieder genug Kraft für den nächsten Tag tanken konnte. Jeden Tag stieg ich mit Lust auf mein SUP-Board, erfreute mich an der wunderschönen Landschaft, durch die ich paddeln durfte und auf dem Wasser unterwegs zu sein.

Pascal am Ziel: Der Leuchtturm von Sulina (Quelle: VERY FILM)
Pascal am Ziel: Der Leuchtturm von Sulina (Quelle: VERY FILM)

Die Aktion hast du auch genutzt, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig Wasser für unser Leben ist. Wie hat sich deine „Beziehung“ zu Wasser durch die Tour von München ans Schwarze Meer verändert?

Wasser ist mit das wichtigste Gut, das wir auf der Erde haben. Ich wollte Verantwortung für das Wasser und die Natur übernehmen und etwas zurückgeben. Und wie kann man dies besser verdeutlichen als selbst auf Flüssen unterwegs zu sein und live zu erleben, wie schlecht es teilweise um unsere Flüsse steht? Täglich fließen beispielsweise über 4 Tonnen Plastikmüll von der Donau ins Schwarze Meer – eine unglaubliche Menge. Ein Großteil wird unterhalb der Oberfläche durch die Strömung mitgezogen und ist daher nicht sichtbar. Ab Belgrad sah ich am Ufer und im Fluss so viel Plastik liegen und schwimmen, dass diese Menge wahrscheinlich noch untertrieben ist. An ein Trinken des Wassers ist dort unvorstellbar.

Viele Menschen machen sich wenig Gedanken, was mit dem Müll passiert, der weggeworfen wird. Wir müssen dringend bei den Themen Verpackung, Einsatz von Plastik und Müll umdenken. Die gesamte Gesellschaft muss aktiv dazu beitragen, dass unsere Flüsse sauber bleiben oder werden. Darauf aufmerksam zu machen ist Ziel unseres Vereins Pure Water For Generation, mit dem wir Projekte rund um den Wasserschutz fördern und unterstützen.

Wie möchtest du auch weiterhin mit Projekten für den Umweltschutz und sauberes Wasser kämpfen? Welche Projekte stehen für 2018 auf deiner Agenda?

Zunächst steht die Filmpremiere am 8. Februar in meinem Kalender. Mit dem Film können wir allen Menschen zeigen, wie es um unsere Gewässer steht und welche tollen Momente ich auf meiner Tour erleben durfte. Anschließend möchten wir uns dem Thema Plastikmüll im Wasser annehmen, Aufklärungsarbeit leisten und eine Veränderung herbeiführen. 2018 steht zudem eine Pure Water Tour entlang der Donau auf dem Plan. Dabei möchten wir Anwohner, Kinder und Jugendliche für das Thema Wasserschutz und -qualität sensibilisieren und gemeinsam die Ufer und das Wasser vom Müll säubern. Hierzu ist jeder herzlich eingeladen mitzuhelfen.

Danke für das Gespräch, Pascal. Ich wünsche dir für die Filmpremiere und die weiteren Projekte viel Erfolg.

Filmplakat (Quelle: Pure Water For Generations)
Filmplakat (Quelle: Pure Water For Generations)

Alle Informationen zur Filmpremiere findest du hier: https://www.facebook.com/events/386989541749969/.

Informationen zu den Zielen und Projekten des Verein Blue Water For Generation gibt es unter www.pwfg.blue.

Teile diesen Beitrag

Dir gefällt dieser Artikel? Dann teile ihn gerne oder drucken ihn aus:

Schreibe einen Kommentar