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Runder Tisch zu SUP und Vogelschutz am Starnberger See

Vom 1. November bis 31. März gilt auf dem Starnberger See die winterliche Ruhezonenregelung. Rund 20.000 Wasservögel überwintern dann auf dem See. In den Schutzzonen (Details siehe unten) finden die Vögel die nötige Ruhe, können ihre Fettreserven wieder auffüllen und sich für ihren Rückflug nach Nord- und Osteuropa oder bis nach Sibirien schonen.

Alle Wassersportler sollten im Winter diese Ruhezonen meiden und größere Vogelan­samm­lun­gen grundsätzlich weiträumig umfahren. Teilweise sind die Ruhezonen den Stand Up Paddlern, die im Winter auf dem Starnberger See unterwegs sind, aber unbekannt oder werden ignoriert. Auch deshalb kommt es immer wieder zu Störungen.

Deshalb lud der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V. – Kreisgruppe Starnberg am 1. April 2019 zu einem Runden Tisch „SUP und Vogelschutz am Starnberger See“, an dem ich als Blogger, engagierter Paddler und SUP-Instructor beim SUP Club Starnberger See teilnahm.

Übereinkunft zwischen LBV sowie den anwesenden Umweltschützern, engagierten Paddlern und Vertretern von SUP-Stationen bestand darin, dass die Winterpaddler besser sensibilisiert werden müssen, wie wichtig die winterlichen Ruhezonen für die rastenden Zugvögel am See sind.

Zudem wurde festgestellt, dass die Aufklärung zu und Information über die Ruhezonen und -zeiten deutlich verbessert werden kann – und muss. Hierzu wurden konstruktive Lösungsvorschläge erarbeitet, die nun weiter diskutiert, ausgearbeitet und auch mit den Behörden besprochen werden müssen:

  • Flyer oder Beileger, die SUP-Stationen und Händlern zur Verfügung gestellt werden, um kompakt über die Winterregelungen zu informieren.
  • Informationstafeln an Einstiegsstellen für Winterwassersportler wurden bereits vor einigen Jahren vom LBV ins Spiel gebracht, aber bisher von den zuständigen Behörden nicht genehmigt.
  • Optimierte Webseiten, um im Internet noch besser über die Winterzonenregelung zu informieren – angereichert um Verhaltenshinweise für Stand Up Paddler und andere Winterwassersportler.
  • „Positivliste“ mit Einstiegsstellen und Routen für Stand Up Paddler und andere Wassersportler im Winter, die außerhalb der Schutzzonen liegen und somit unproblematisch sind.
  • Breit angelegte Informationskampagne und ein spezielles Event im Herbst vor Beginn der Ruhezonenregelung am 1. November, um für eine breite Aufmerksamkeit, höhere Bekanntheit und bessere Einhaltung der Regeln zu sorgen.

Die Markierung der Schutzzonen mit Bojen ist nur in kleinen Zonen möglich, wie es beispielsweise in St. Heinrich und rund um die Roseninsel bereits umgesetzt wird. Bei großflächigen Gebieten wie etwa den Schutzzonen in der Nord- und Südbucht ist eine Bojen-Markierung über die gesamte Seebreite nicht umsetzbar. Daher wurden hierfür Markierungen an Land diskutiert, etwa große Pfeile, die den Beginn/das Ende der Schutzzonen kennzeichnen. Für das Aufstellen/Anbringen wären allerdings wieder Genehmigungen der Behörden nötig.

Ich war sehr erfreut über den gemeinsamen Austausch und die vielen guten Vorschläge. Unser Ziel ist klar: den Vogelschutz am Starnberger See im Winter mit den Interessen der Stand Up Paddler in Einklang bringen. Ich bin mir sicher, dass der Austausch weitergeht und so gemeinsam hilfreiche Maßnahmen erarbeitet werden, die sowohl die Stand Up Paddler (und weitere Winterwassersportler) als auch den LBV zufrieden stellen.

Die Ruhezonenregelung im Winter am Starnberger See für Stand Up Paddler im Überblick

Am Starnberger See gelten vom 1. November bis 31. März die Winterruhezonen. In diesem Zeitraum gilt ein „freiwilliger Paddelverzicht“ am See. Wer dennoch im Winter auf dem Starnberger See paddeln gehen möchte, der sollte die Winterruhezonen beachten und nicht in diese Bereiche fahren: die Nordbucht, die Südbucht, den Karpfenwinkel und die Bereiche rund um die Roseninsel:

Alle Wassersportler sollten im Winter die Ruhezonen meiden und größere Vogelan­samm­lun­gen grundsätzlich weiträumig (mindestens 400 m) umfahren. Der LBV empfiehlt, vom Ufer aus direkt Richtung Seemitte zu paddeln, dort zu bleiben und die ufernahen Abschnitte zu meiden. In den ufernahen Flachwasserzonen finden die Vögel vorwiegend ihre Nahrung und sollten daher dort nicht gestört werden. Zudem bitten die LBV-Vertreter darum, die Ruhezonen bereits ab Oktober zu meiden, da dann bereits eine große Anzahl an Zugvögel eintreffen.

Weitere Informationen zu den winterlichen Ruhezonen am Starnberger See gibt es beim LBV Starnberg.

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