Tripstix Surfboards – SUP-Board-Innovation aus München

Tripstix hat sich zur Aufgabe gemacht, die Vorteile aufblasbarer Stand-Up-Paddling Boards und die Performance von Hardboards zu kombinieren. Mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter möchte das Münchner Startup die Finanzierung zum Start der Serienproduktion erhalten. Ich habe Gründer Dr.-Ing. Stefan Klare in der Werkstatt in Oberhaching besucht, um Details zur Bauweise der SUP-Boards zu erfahren und den Prototypen selbst zu testen.

Tripstix Surfboards - Werkstatt in Oberhaching (Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de)
Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de

Stand Up Paddleboards sieht man an den unterschiedlichsten Orten, von Seen übers Wildwasser bis in die Wellen der Weltmeere. Inflatable SUPs, sind durch die geringe Transportgröße beliebt, Hardboards aus Carbon oder Glasfaser bieten eine bessere Performance und Steifigkeit. Tripstix möchte mit seinem innovativen SUP-Board die Vorteile beider Technologien vereinen: kleines Transportmaß und größtmögliche Steifigkeit. Möglich macht dies die komplett neu entwickelte Zwei-Kammern-Konstruktion.

Tripstix Surfboards: innovative Zwei-Kammern-System

Die Tripstix-Boards bestehen je aus einer Luft- und Vakuumkammer. Die Luftkammer dient der Realisierung der Form und wird wie bei klassischen Inflatable SUP-Boards mit der SUP-Pumpe aufgepumpt. Die zweite Kammer ist mit einem speziellen Granulat gefüllt, über die Pumpe wird der Kammer die Luft entzogen (vakuumiert), was die Steifigkeit und Stabilität im gesamten Board deutlich erhöht. Diese Vakuumkammer übernimmt die Rolle des Stringers, wie man ihn von klassischen Surfboards kennt.

Tripstix-Technologie (Foto: Tripstix)
Foto: Tripstix
Tripstix Surfboard (Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de)
Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de

Mit der innovativen Technologie können alle Formen eines Surfboards produziert werden, denn es fällt sofort aus, dass sich der Shape deutlich von klassischen Inflatable SUP-Boards unterscheidet. Haben herkömmliche SUP-Boards über die gesamte Board-Länge und -breite die gleiche Dicke, ist das Tripstix-Board vorne, hinter und an den Rails deutlich schmaler gehalten. Möglich wird dies durch unterschiedlich dicke Querschnitte der Luftkammer. Die im Board verbauten „Rohre“ sind lediglich an der Nose sowie am Tail miteinander verbunden. Gründer Stefan Klare hat diese im CAD-Programm entwickelt und je nach Position im Board im Durchmesser so angepasst, dass ein Surfboard-Shape erzielt wird. Sollte aus der Luftkammer Luft entweichen, reicht die Vakuumkammer aus und das Board geht nicht unter – ein wichtiges Sicherheits-Feature.

Tripstix Surfboard - Querschnitt (Foto: Tripstix)
Foto: Tripstix

Von der Idee zur Tripstix-Serienreife

Die Idee zum Inflatable-SUP-Aufbau mit der Zwei-Kammern-Technologie kam Stefan Klare auf kurzen Geschäftsreisen ans Meer, wo er anderen Surfern lediglich zuschauen konnte, da ein normales Surfboard zu sperrig und umständlich zu transportieren war. Auch die Performance aufblasbarer Boards entsprach nicht dem Anspruch. Als Stefan dann eine vakuumierte Kaffeepackung in den Händen hielt, kam er auf den Gedanken, die Stabilität von aufblasbaren Surfboards durch eine Vakuumkammer zu gewährleisten.

So einfach die Idee klingen mag, so schwierig war die Realisierung eines ersten Prototyps und nun der Serienreife. Zunächst in einem Teilzeit-Projekt, ermöglichten seit 2014 Stipendien eine Vollzeitbeschäftigung. Im April 2016 folgte die Ausgründung der Tripstix GmbH und später der Umzug von Garching bei München nach Oberhaching. Erste Erfolge konnten bereits auch erzielt werden: Tripstix gewann den ISPO Brandnew Award 2016/2017 Hardware Summer und war Finalist der Edison Awards 2017 Outdoor Sports.

Tripstix Surfboard auf dem Wasser (Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de)
Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de

Nach mehreren Jahren des Tüftelns, Planens, Entwickelns und des ein oder anderen Rückschlags steht Tripstix nun kurz vor dem Markteintritt. Mit das Schwierigste im gesamten Prozess ist die Herstellung der Boards. Die komplett neu entwickelte Technologie machte mehrere Reisen nach Asien zur Produktionsstätte nötig. Wie wird das Board aufgebaut? Wie viel Granulat muss in die Vakuumkammer? Wie sieht der perfekte Produktionsprozess aus? Vielen Fragen, die es vor Ort zu klären galt. Es wurde ausprobiert – mal mit zu viel, mal mit zu wenig Granulat. Mal klappte die Formgebung durch die Luftrohre nicht perfekt. Stefan hat einige Test-Boards in seiner Werkstatt liegen, bei denen ausprobiert und anschließend optimiert wurde. Das mittlerweile zur Serienreife gereifte Board ist ein Allround-Board mit einer Länge von 10’0’’ bei einer Breite von 31’’ und einem Volumen von 178 Litern.

Testfahrt des Tripstix-Boards

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, eine Testfahrt auf dem Tripstix-Board zu unternehmen. Das Board liegt im Transport-Bag vier Mal gefaltet, das Packmaß ist durch die besondere Technologie etwas größer als bei klassischen SUP-Inflatables. Beim Auspacken und Aufpumpen fällt sofort das Zwei-Kammern-System auf, die Luftkammer mit der dazwischen befindlichen Vakuumkammer. Zunächst wird die Luftkammer mit Luft gefüllt. Sind die benötigten 15 PSI erreicht, nimmt man das Board in die Hand und stellt es kurz senkrecht auf die Nose und anschließend aufs Tail. Man hört, wie sich im Inneren das Granulat in der Vakuumkammer verteilt. Dieser wird anschließend die Luft entzogen – ein 80-prozentiges Vakuum ist mit der klassischen SUP-Pumpe ohne Problem zu erreichen, so Entwickler Stefan Klare.

Aufpumpen Tripstix Surfboard (Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de)
Foto: T. Pfannkuch / SUPmatrose.de

Fertig zum Einsatz steige ich auf das Board und spüre sofort, dass der Shape an ein Surf- und nicht an ein Inflatable-Board erinnert. Das Feeling ist anders, man denkt zunächst nicht, dass sich unter einem ein aufblasbares Board befindet. Die Wendemanöver gelingen sehr gut, auch dank der dünnen Rails. Die Technologie wirkt sich deutlich spürbar auf die Stabilität und Steifigkeit des Boards aus. Beim Wippen spüre ich nur eine kleine Bewegung im Board – deutlich weniger als mit einem klassischen Inflatable-SUP, an die die Steifigkeit eines Hardboards kommt es knapp heran. Das Verhalten in der Welle, wo aufblasbare Boards versagen, konnte ich leider nicht testen. Dazu war der See eher einen Ententeich.

Wer Stefan Klare und das Tripstix-Team unterstützen und somit die Serienproduktion der Surfboards ermögliche möchte, der findet die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.

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