SUP-Bekleidung im Herbst und Winter – was ziehe ich an?

Foto: Alexandra Lattek

Die Außen- und Wassertemperaturen sinken und auch die Sonne spendet nicht mehr die Wärme wie im Hochsommer. Stand Up Paddling bei traumhaften Herbstfarben oder inmitten einer Schneelandschaft macht nur mit der richtigen SUP-Bekleidung Spaß. Mit diesen Tipps kommst du mit der perfekten SUP-Bekleidung warm und richtig bekleidet durch Herbst und Winter.

Generell gilt: Du kleidest dich entsprechend den Wassertemperaturen. Auch wenn es an warmen Herbsttagen 20 Grad haben kann, das Wasser hat kaum mehr als 10 Grad. Man könnte auf die Idee kommen, mit Boardshort und T-Shirts aufs Board zu gehen. Aber was passiert, wenn du reinfällst? Das magst du dir nicht vorstellen. Auch wenn es doof aussieht, aber der Schutz vor dem kalten Wasser hat höchste Priorität. Dabei gibt es verschiedenste Optionen für dich.

Füße warm halten auf dem SUP im Herbst und Winter

Fangen wir mit dem ersten Tipp unten an: bei den Füßen. Die Füße und der untere Beinbereich sind die Stellen am Körper, die beim Stand Up Paddling am häufigsten in Kontakt mit Wasser kommen – und das zu jeder Jahreszeit. Immer Sommer barfuß auf das Board ist kein Problem, doch was kaltem Wasser, das Flüsse und Seen in Deutschland vor allem im Herbst und Winter haben? Dann benötigst du warme und trockene Füße. Bei Wassertemperaturen um die 10 Grad ist dies besonders wichtig. Dir bieten sich verschiedene Optionen:

Surf-Neoprenschuhe

Am klassischsten fürs Paddeln im Herbst und Winter sind Neoprenschuhe*, wie man sie vom Surfen, Tauchen oder auch Segeln her kennt. Es gibt sie in verschiedenen Dicken, ich empfehle euch – je nach Kälteempfinden – eine Dicke zwischen 3 mm und 5 mm. Ich habe beispielsweise 3mm-Neoprenschuhe von Ripcurl und Segel-Neoprenschuhe von Marinepool. Letztere sind auch optimal in Kombination mit dem Trockenanzug – aber dazu später mehr.

Warme Füße dank passender Neoprenschuhe (Foto: Thomas Pfannkuch)
Warme Füße dank passender Neoprenschuhe (Foto: Thomas Pfannkuch)

Wasserfeste Socken und Turnschuhe

Eine weitere Option bieten wasserfeste Socken. Als ich das erste Mal davon hörte, dass wasserfeste Socken durch einen Neoprenanteil die Füße warm und trocken halten, konnte ich das kaum glauben. Also habe ich mir ein Paar bestellt – und es stimmt. Mit den Socken bleiben die Füße trocken und warm. Es gibt sie beispielsweise von Sealskinz* in drei verschiedenen Höhen (Ankle, Mid und Knee). Die Bezeichnungen der Socken für verschiedene Einsatzgebiete (Wandern, Biken, Running etc.) irritieren dabei etwas, es besteht aber kein großer Materialunterschied. Ich habe die “Walking Mid Socks”* und finde die fürs Stand Up Paddling genau richtig.

Die Socken ziehe ich in Turnschuhe an, die nass werden dürfen und schnell trocknen. Hier kannst du deinen alten Sneaker nutzen oder spezielle Schuhe kaufen, beispielsweise gibt es von Adidas einige Modelle, wie etwa die “Adidas Herren Terrex Cc Boat”*, die ich mir zugelegt habe.  

Bewegungsfreiheit und wärmend: Bekleidung für SUP im Herbst und Winter

Besonders wichtig ist natürlich die Bein- und Körperbekleidung beim Paddeln bei kalten Temperaturen im Herbst und Winter. Solltest du einmal ins Wasser fallen, darf sich die Kleidung nicht mit Wasser vollsaugen, nicht dass du in Gefahr gerätst, unterzugehen. Bist du wieder auf dem SUP-Board, muss die Bekleidung dich möglichst warm halten, sodass du noch eine Zeit lang paddeln kannst, um beispielsweise wieder zum Ufer zu kommen und dich “trockenzulegen”. Daher solltest du auf Kleidung aus dem Wassersport und nicht etwa aus dem Laufsport zurückgreifen.

Neoprenanzug – die zweitbeste Option

Der klassische Neoprenanzug ist die erste Option, die vielen als passende Herbst- und Winterbekleidung für Stand Up Paddling einfällt. Und natürlich kannst du einen Neoprenanzug anziehen, etwa in einer Dicke von 3/2 mm oder wenn es kälter ist mit 4/3 mm. Allerdings sind Neoprenanzüge vor allem dafür gemacht, dass sie bei häufigem Wasserkontakt den Körper warm halten – beim Stand Up Paddling wird dieser aber ja vermieden. Daher finde ich einen Neoprenanzug nicht die perfekte Bekleidung.

Für sonnige Herbsttage nutze ich eine dünne Neoprenhose und am Oberkörper ein Lycra oder atmungsaktives und Wasser abweisendes Shirt. Darüber ziehe ich oft das O’Neill Supertech Jacket an, das ich perfekt fürs Stand Up Paddling finde. Für den Oberkörper besitzt die Jacke eine 0,5 mm dicke Neopren-Schickt und wärmt den Körper. Das schnell trocknende Material ist ein weiterer Vorteil. Diese Kombination ist bei Temperaturen um 15 Grad für mich eine perfekte Kombination, da man nicht schwitzt und trotzdem wärmendes Material am Körper hat.

Die beste Wahl für SUPer im Herbst und Winter: der Trockenanzug

SUP-Trockenanzug von DryFashion (Foto: DryFashion)
SUP-Trockenanzug von DryFashion (Foto: DryFashion)

Sollten die Temperaturen weiter sinken, gibt es für Stand Up Paddler eigentlich nur eine Option: den Trockenanzug. Diese speziell fürs Stand Up Paddling entwickelten Anzüge begleiten dich perfekt durch den Herbst und Winter. Sie sind zwar nicht ganz günstig, bieten aber die perfekte Kombination aus Wärme- und Windschutz und sind die sicherste Option für die kalte Jahreszeit. Dabei schließt der Trockenanzug an den Knöcheln und Handgelenken meist mit Latexmanschetten vollständig und wasserundurchlässig ab. Im Halsbereich wird häufig auch eine Latexmanschette eingesetzt. Da diese bei einigen Personen ein beengendes Gefühl hervorruft, solltest du testen, ob du mit einer solchen Manschette zurechtkommst. Für den Hals bieten Hersteller häufig auch Neoprenmanschetten an, die weniger eng sitzen und daher angenehmer zu tragen sind. Beim Abtauchen kommt hier allerdings ein wenig Wasser in den Anzug.

Besonders wichtig ist für mich der Übergang an den Beinen zwischen Trockenanzug und dem Wärmeschutz für die Füße. Hier empfehle ich euch einen Trockenanzug mit Füßlingen. Leider bieten nur wenige Hersteller diese Option. Ich brauche mir keine Gedanken machen, wie ich die „Lücke“ zwischen Trockenanzug und Füßen schließe, denn ich steige in den Trockenanzug und fertig. Ein weiterer Vorteil: In den Trockenanzug kannst du ein paar wärmende Wollsocken oder etwa die oben erwähnten wasserfesten Socken anziehen. Mit den Füßlingen steige ich dann in die oben erwähnten Schuhe. Und auch beim Wasserkontakt bleibt alles trocken. DryFashion aus Hamburg bietet etwa die Option, Füßlinge passend auf deine Fußgröße direkt an den Trockenanzug zu nähen. Und preislich ist dieser Anzug auch noch sehr attraktiv. Unter den Trockenanzug kannst du frei wählen, welche wärmende Kleidung du anziehst, etwa lange Unterhosen wie zum Ski fahren oder ein Fleece-Oberteil. Vor der ersten Tour solltest du den Trockenanzug allerdings auf Dichtigkeit testen, indem du eine kurze runde Baden gehst.

Für Hände und Kopf: Handschuhe und Mütze beim SUP

Füße und Körper sind nun geschützt, bleiben als noch die Hände und der Kopf. Ich persönlich paddel ungern mit Handschuhen, da ich damit das Paddel nicht gut greifen und festhalten kann. Wenn du bei kalten Temperaturen dennoch Handschuhe nutzen willst, würde ich auf Handschuhe aus dem Segelsport zurückgreifen, da diese meist innen eine Lederfläche haben, mit denen du das Paddel rutschfest  in die Hand nehmen kannst.

Bei Wind und Kälte solltest du zusätzlich deinen Kopf schützen. Eine klassische Strickmütze tut hier ihr übriges. Ich habe mir zuletzt die Sealskinz Beanie* zugelegt, da sie wasser- und zugleich winddicht ist. Sollte das Wetter ungemütlich sein, ist sie dein perfekter Begleiter auf dem SUP-Board.

Handschuhe als Ergänzung für die Stand Up Paddling Bekleidung (Foto: Alexandra Lattek)
Handschuhe als Ergänzung für die Stand Up Paddling Bekleidung (Foto: Alexandra Lattek)

Was noch wichtig ist: Leash und Rettungsweste

Um die Gefahren weiter zu minimieren, solltest du auf dem See unbedingt mit Leash fahren, also einer Verbindungsleine zwischen SUP und dir. So kann das Board bei einem Abgang nicht abhauen und du hast eine ständige Verbindung zum SUP-Board. Leashs kosten nicht die Welt und sind einfach zu nutzen. Entweder am Knöchel oder an der Schwimmweste befestigt: es gibt verschiedene Varianten. Entscheide selbst, was dir besser liegt. Aber die Leash sollte immer dabei sein.

Und auch eine Rettungsweste oder ein anderes “Personal Flotation Device” (PFD) wie etwa ein Restube solltest du mit auf deine Touren nehmen. Vor allem dann, wenn du alleine unterwegs ist. Dein PFD gibt Sicherheit und schützt dich zusätzlich, wenn beispielsweise du dein Board verlierst oder anderweitige Probleme hast.

Restube als PFD (Foto: Thomas Pfannkuch)
Restube als PFD (Foto: Thomas Pfannkuch)

Hast du Fragen oder Tipps für die optimale SUP-Bekleidung. Dann schreibe mir gerne in den Kommentaren.

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