More Skills and Styles – zum Stand Up Paddling ins Hochwasser der fränkischen Saale

Michael Wehner auf der Fränkischen Saale (Bildquelle: M. Wehner)

Paddelboote interessieren ihn schon immer. Und seit 2014 ist Michael Wehner regelmäßig auf dem SUP in Deutschland, Österreich oder der Schweiz aktiv: Wir kennen uns aus der Realschule und haben uns jetzt über das Stand Up Paddling “wiedergefunden”. Im Interview berichtet er über seine ersten SUP-Erfahrungen und die Wildwasser-Tour auf der fränkischen Saale.

 

Wir kennen uns bereits seit der Schulzeit. Jetzt betreiben wir beide Stand Up Paddling. Verrückte Geschichte. Wie bist du zu dem Sport gekommen?

Zu dem faszinierenden Sport bin ich über einige Umwege gekommen: Für Paddelboote konnte ich mich schon immer begeistern. Im Studium lag etwa direkt neben unserer WG mein Ruderboot auf der Leine. Mit Platz für fast 10 Personen war dies viel besser als der fehlende Balkon.

Zum Stand Up Paddling kam ich, nachdem ich den Film “Mavericks – Lebe deinen Traum”* gesehen hatte. Was Paddle Boarding ist, hatte ich erst gar nicht richtig verstanden: In der Filmszene, die mich begeistert, wird mit dem Paddelboard ohne Paddel – nur mit den Händen – eine große Distanz auf dem Meer zurückgelegt. Als Kraft und Ausdauertraining fürs Wellenreiten. 2013 musste ich dann in erst einmal feststellen, wie groß ein SUP Board ist und dass es nicht in einen großen SUV passt. Also wollte ich Zurrgurte fürs Dach besorgen. Aber anstatt mir Zurrgurte zu leihen, hat mir eine Freundin gleich ihren Pickup und ihr Kajak geliehen. Mit dem bin ich dann durch die Sümpfe Louisianas gepaddelt.

Ready to hit the creek #covington#kajak#dogeram#louisianaswamp

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Ein halbes Jahr später habe ich Stand Up Paddling zum ersten Mal auf einem alten Windsurfbrett und einem abgesägten Kajakpaddel probiert. Kurze Zeit später schloss ich mich dann der SUP-Gruppe der DJK Schweinfurt an. Seit 2015 trainieren wir zweimal die Woche. Im Winter machen wir ein Kraftausdauertraining, um gestärkt in die Saisons zu starten. Unser Trainer Christoph Brückner hat sich für uns ein gutes Trainingsprogramm ausgedacht, hier nochmal Dank an ihn.

 

Was begeistert dich beim Stand Up Paddling?

Das Tolle am Stand Up Paddling ist zum einem, dass man mehr von der Umgebung sieht als in einem kleinen Boot wie einem Kanu oder Kajak. Man steht ja schließlich höher. Zum andern kann man überall paddeln, wo man will. Ich fahre schon immer Inflatable Boards, die ich überall mit hinnehmen kann.

Viele Orte sehen vom Wasser ganz anders aus. Und man muss bedenken: Die meisten Städte haben sich um Flüsse oder Seen entwickelt. Daher sieht man die schönen Seiten einer Stadt meist vom Wasser aus.

 

Wo trifft man dich auf dem Wasser?

Michael Wehner auf dem Klöntalersee (Bildquelle: M. Wehner)
Michael Wehner auf dem Klöntalersee (Bildquelle: M. Wehner)

Meine Haus- und Trainingsstrecke ist in Schweinfurt auf dem Main, umgeben von Weinbergen und dem Schloss Mainberg. Als SAP-Software-Berater mit Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bin ich aber auch viel unterwegs. Nach Feierabend packe ich dann schon ab und zu mein SUP aus und fahre eine Runde. Auf Flüssen oder Seen – was eben gerade vor der Tür liegt.

Vor Kurzem bin ich beispielsweise auf dem Zürichsee gepaddelt. Auf dem Rückweg war ich dann noch in den Bergen auf den Walensee und dem Klöntalersee. Am Rand des Klöntalersees lag da noch Schnee, denn der liegt auf 850 Meter. Das war ein toller Anblick, vor allem mit den Bergen im Hintergrund.

Aber auch im Urlaub habe ich mein SUP immer dabei, wie etwa in Klitmøller oder San Sebastian.

 

Kommen wir zu deinem Material: Welche Boards nutzt du?

Ich habe zwei Boards: Mein 9’8’’er von Red Paddle eignet sich vor allem für die Welle, das Wildwasser oder schmale Flüsse. Dieses Board war eines der ersten Inflatable SUPs auf dem Markt. Leider lässt es an den seitlichen Verklebungen schon etwas Luft und ist nach zwei Tagen leer. Eigentlich eine Schande, da es nicht mal 5 Jahre alt ist.

Für Training, Rennen und längere Stecken habe ich ein Red Paddle 14’ Elite. Ein tolles Inflatable Board, da es mit 14 Fuß Länge und 26 Inch Breite schön schnell ist. Für mich könnte es allerdings noch schmäler sein. Mit seiner plastikverstärken Spitze und Seitenprofilen aus Glasfiber ist es zudem richtig steif. Ein schönes Sportgerät.

Paddel hab ich auch zwei. Ein tolles Kaholo von Naish aus Vollkarbon. Der Schaft ist verstellbar, somit ich es für Sprintrennen, die Welle oder Touren perfekt einstellen kann.

Mein zweites Paddel ist ein dreiteiliges von Mistral. Für Reisen ist dieses perfekt, da es mit in die Board-Tasche passt. Leider ist es ständig kaputt – mittlerweile habe ich das dritte Paddel. Komischerweise ist es bisher immer an einer anderen Stelle gebrochen. Im Urlaub schon recht ärgerlich, da man nicht immer gleich Ersatz bekommt. Ich muss mal schauen, ob da was Besseres finde.

 

Begeistert hat mich dein vor Kurzem gepostetes Video einer Fluss-Tour. Wo warst du da unterwegs?

Haha – eigentlich war ich an dem Tag mit dem Fahrrad an der fränkischen Saale unterwegs. Es war kurz nach Ostern: Dieser kleine Fluss war nach dem Hochwasser ziemlich wild geworden. Da habe ich dann meinen Kumpel Pete Pablo angerufen und er kam mit dem SUP nach. Den seltenen Spaß, so ein Hochwasser geboten zu bekommen, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir sind das wildeste Stück des Flusses ein paar Mal gefahren. Das tolle an der Strecke war, dass man sie in einem Kanal wieder zurück paddeln konnte. So wie in manchen Wildwasserkanälen.

Grundsätzlich rate ich aber niemanden ohne Wildwassererfahrung, Schutzausrüstung und vor allem nicht alleine zu solch einer Tour.

 

Was war das Besondere bei der Tour?

Das Besondere der Strecke war, dass man in einem Kanal wieder zurück paddeln konnte, so wie in manchen Wildwasserkanälen. Dadurch konnten wir gut an unseren Fähigkeiten und Stil üben, getreu dem Motto: More Skills and Styles. Am Ende haben wir dann sogar eine der Flusswellen gesurft. Leider war da schon der Akku der GoPro leer.

 

Zum Abschluss ein kurzer Ausblick: Welche Touren stehen bei dir auf dem Plan?

Die nächste Tour geht in zwei Wochen an die Ausläufer der Alpen an die Rhone. Dort fahre ich mit meinen Freunden aus dem Verein Wildwasser. Ich bin aber der Einzige, der sich mit dem SUP aufs Wildwasser traut. Und auf den Ozean möchte ich dieses Jahr auch noch, zum Downwinden und in die Welle.

 

Vielen Dank Michael für deine Zeit und das Interview. Ich freue mich, wenn du eventuell bei tollen Touren hier auf SUPmatrose darüber berichtest.

 

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